“Mädchentag” statt “Girls Day”, “Autoteilen” statt “Car Sharing” – viele dieser Anglizismen sind der Unionsfration im Bundestag ein Dorn im Auge. Anglizismen sollen zurückgedrängt, die deutsche Sprache wieder eine tragende Rolle einnehmen.
Der Hauptgrund dieser Forderung einiger Unionspolitiker ist, dass Anglizismen doch von weniger Menschen verstanden werden als von der werbetreibenden Industrie angenommen. Ältere, Migranten, aber auch Ostdeutsche, die in der Schule statt Englisch Russisch lernen mussten haben bei “Call&Surf Service Center” und Co. oft das Nachsehen.
Das Positionspapier der Unionspolitiker, das nun vorgelegt wurde, besteht aus drei Hauptforderungen. Zum einen sollen Gesetzestexte, Kampagnen und andere Veröffentlichungen der Bundesregierung in “verständlichem Deutsch” abgefasst sein. Aus dem Girls Day könnte der “Mädchentag” werden.
Der zweite Punkt des Positionspapiers besagt, dass Unternehmen, an denen die deutsche Bundesregierung beteiligt ist, also in etwa die Bahn oder die deutsche Telekom, ihre Texte und Kampagnen “auch in gutem Deutsch” abzufassen haben.
Das heisst, das in etwa das “Call and Surf Comfort Paket” der Telekom künftig mit einem deutschen “Untertitel” versehen werden muss.
Der dritte Punkt ist ein Aufruf an die Wirtschaft, die künftig Bedienungsanleitungen oder Formulare in deutscher Sprache vorlegen soll. Aus dem “Enter” Knopf könnte der “Eingabe” Knopf werden.
Wenn diese Forderung umgesetzt wird, was zu hoffen ist, dann wird man wohl bald von unsäglichen Angliszismen wie “Shopping Mall Center Management” (in vielen Einkaufszentren), die auch vielen Menschen, die der englischen Sprache mächtig sind, übel aufstossen, verschont bleiben.
Fremdsprache-Erlernen.de meint dazu:
Go, Bundesregierung, go! Oder, neu: Los, Bundesregierung, los, macht hinne!